Es gibt Momente in der Adventszeit, die sich tief ins Gedächtnis einbrennen — nicht wegen der Geschenke unter dem Tannenbaum, sondern wegen des Duftes, der durch das ganze Haus zieht. Bei mir ist es der Geruch von frisch gebackenen Buttergebäck-Plätzchen, der sich mit dem zarten Aroma von geschmolzenem Nougat vermischt. Wenn ich die Augen schließe, bin ich sofort wieder Kind, stehe neben meiner Oma in ihrer kleinen Küche und darf — wenn ich brav war — die Schüssel mit dem restlichen Nougat ablecken. Genau dieses Gefühl wollte ich einfangen, als ich vor einigen Jahren zum ersten Mal meine eigenen Nougat-Taler gebacken habe.
Diese kleinen, runden Plätzchen sind mehr als nur Weihnachtsgebäck. Sie sind eine Umarmung in Keksform. Die knusprig-mürbe Hülle aus Dinkelmehl und gemahlenen Haselnüssen, dazwischen eine großzügige Schicht cremiger Nuss-Nougat-Füllung und schließlich ein eleganter Überzug aus dunkler Kuvertüre — jeder Biss ist ein kleines Fest für den Gaumen. Ich liebe es, wie die leichte Zitronennote im Teig die Süße des Nougats wunderbar ausbalanciert und dem Ganzen eine frische, fast überraschende Leichtigkeit verleiht. Probiert man diese Taler zum ersten Mal, ist man sofort verliebt. Das verspreche ich euch.
Warum dieses Rezept so besonders ist
Was diese Nougat-Taler von anderen Plätzchen unterscheidet, ist die bewusste Entscheidung für Dinkelmehl und gemahlene Nüsse im Teig. Dinkelmehl verleiht dem Gebäck nicht nur einen leicht nussigen Eigengeschmack, sondern macht den Teig auch etwas stabiler und damit einfacher zu verarbeiten — besonders beim Ausrollen und Ausstechen. Die gemahlenen Haselnüsse oder Mandeln sorgen zusätzlich für eine herrlich mürbe, fast sandige Textur, die förmlich auf der Zunge zergeht. Der entscheidende Trick liegt dabei in der Qualität des Nougats: Wer hier auf eine Nuss-Nougat-Creme ohne Palmöl oder auf echten Blocknougat setzt, merkt den Unterschied sofort — sowohl im Geschmack als auch in der Konsistenz der Füllung. Echter Nougat verbindet sich nach dem Schmelzen cremiger und bleibt nach dem Abkühlen fester, sodass die fertigen Plätzchen nicht auseinanderlaufen. Die Kombination aus zartem Mürbeteig, intensiver Nougatfüllung und knackiger Kuvertüre macht jeden einzelnen Taler zu einem kleinen Kunstwerk, das mindestens genauso gut aussieht, wie es schmeckt.
Tipps für das perfekte Nougat-Taler
Tipp 1 — Kalte Butter ist Pflicht:
Der Teig gelingt am besten, wenn die Butter wirklich kalt aus dem Kühlschrank kommt. Warme Butter macht den Teig klebrig und schwer handhabbar. Schneide die Butter in kleine Würfel und verknete sie zügig, damit sie nicht durch die Körperwärme deiner Hände zu weich wird. Wer einen Foodprozessor oder eine Küchenmaschine hat, kann die Zutaten damit schnell und schonend zu einem glatten Teig verarbeiten.
Tipp 2 — Immer eine gerade Anzahl ausstechen:
Das klingt selbstverständlich, ist aber der häufigste Anfängerfehler: Stich immer eine gerade Anzahl von Talern aus, damit am Ende jeder seinen Partner findet. Nichts ist frustrierender als ein einzelner, einsamer Keks ohne Füllung. Ich zähle meine ausgestochenen Plätzchen immer vor dem Backen durch und rolle eventuelle Teigreste nochmals aus, bis die Zahl stimmt.
Tipp 3 — Plätzchen vollständig abkühlen lassen:
Die frisch gebackenen Taler sind noch sehr weich und zerbrechlich, solange sie warm sind. Lass sie unbedingt vollständig auf einem Kuchengitter auskühlen, bevor du sie mit Nougat bestreichst und zusammensetzt. Andernfalls bricht der Keks beim Zusammendrücken, und du hast am Ende keine Taler, sondern Taler-Bruchstücke — die zwar genauso lecker sind, aber optisch weniger beeindruckend.
Tipp 4 — Nougat nur sanft erhitzen:
Schmelze den Nougat oder die Nuss-Nougat-Creme im Wasserbad bei niedriger Hitze. Direktes Erhitzen auf dem Herd lässt die Schokolade leicht verbrennen oder klumpig werden. Das Wasserbad gibt dir die Kontrolle und sorgt für eine gleichmäßig geschmeidige Masse, die sich ideal auf den Plätzchen verstreichen lässt. Die Kuvertüre zum Verzieren ebenfalls nur sanft im Wasserbad schmelzen.
Tipp 5 — Dezenter Druck beim Zusammensetzen:
Wenn du die Taler zusammensetzt, drücke den oberen Keks nur leicht auf den unteren. Zu viel Druck treibt den Nougat an den Seiten heraus, was nicht nur unschön aussieht, sondern auch dazu führt, dass die Plätzchen schief werden. Ein sanftes Andrücken reicht völlig aus — der Nougat verbindet sich beim Abkühlen von selbst fest genug.
Zutaten
- 100 g gemahlene Haselnüsse oder Mandeln (je nach Vorliebe — Haselnüsse geben einen kräftigeren, Mandeln einen milderen Geschmack)
- 150 g Dinkelmehl (Type 630 für ein besonders zartes Ergebnis)
- ½ TL Zitronenschale (frisch gerieben, nicht aus dem Glas — der Unterschied ist enorm)
- 125 g kalte Butter (direkt aus dem Kühlschrank, in kleine Würfel geschnitten)
- 125 g Zucker (feiner Kristallzucker löst sich besser auf als grober)
- 1 Ei (Größe M, Zimmertemperatur)
- 1 Päckchen Vanillezucker (oder 1 TL selbst gemachter Vanillezucker für noch mehr Aroma)
- Nuss-Nougat-Creme ohne Palmöl oder echter Blocknougat (für die Füllung — Menge nach Bedarf, ca. 150–200 g)
- Kuvertüre zum Verzieren (dunkle oder Vollmilch, ca. 100 g)
Zubereitung
- Den Mürbeteig herstellen und kühlen: Gib alle Zutaten für den Teig — also die gemahlenen Haselnüsse oder Mandeln, das Dinkelmehl, die frisch geriebene Zitronenschale, die kalte Butter in Würfeln, den Zucker, das Ei und den Vanillezucker — in eine große Rührschüssel. Beginne damit, die Butter mit den Händen oder den Knethaken der Küchenmaschine grob mit den trockenen Zutaten zu vermengen, bis ein krümeliger Sand entsteht. Füge dann das Ei hinzu und verknete alles zügig zu einem glatten, geschmeidigen Mürbeteig. Arbeite dabei so schnell wie möglich, damit die Butter nicht zu warm wird — ein warmer Teig verliert seine typisch mürbe Textur und klebt beim Ausrollen. Forme den fertigen Teig zu einer flachen Scheibe, wickle ihn in Frischhaltefolie und lasse ihn mindestens 30 Minuten im Kühlschrank ruhen. Diese Ruhezeit ist wichtig, weil sie dem Gluten im Mehl die Möglichkeit gibt, sich zu entspannen, und die Butter wieder zu festigen — der Teig lässt sich danach viel einfacher ausrollen ohne zu reißen.
- Ausrollen und Ausstechen: Heize deinen Backofen auf 160 Grad Umluft (oder 180 Grad Ober-/Unterhitze) vor. Nimm den gekühlten Teig aus dem Kühlschrank und lass ihn kurz — etwa 5 Minuten — auf der Arbeitsfläche akklimatisieren, damit er nicht sofort reißt. Bestäube deine Arbeitsfläche leicht mit Mehl und rolle den Teig gleichmäßig auf etwa 5 mm Dicke aus. Eine gleichmäßige Dicke ist entscheidend für ein gleichmäßiges Backergebnis — zu dünne Stellen werden schnell braun, zu dicke Stellen bleiben innen roh. Stich den Teig mit einem runden Ausstecher (ca. 4–5 cm Durchmesser) aus und achte unbedingt darauf, eine gerade Anzahl von Talern zu erhalten, damit jeder Keks seinen Partner bekommt. Sammle die Teigreste, knete sie kurz zusammen, rolle sie erneut aus und stich weitere Taler aus, bis der gesamte Teig verbraucht ist.
- Backen und abkühlen: Lege die ausgestochenen Taler auf mit Backpapier ausgelegte Backbleche und achte darauf, etwas Abstand zwischen den einzelnen Plätzchen zu lassen, damit sie gleichmäßig backen können. Schiebe das Blech in den vorgeheizten Ofen und backe die Taler bei 160 Grad Umluft für etwa 10 Minuten, bis sie an den Rändern ganz leicht golden werden. Achte darauf, dass sie nicht zu dunkel werden — Mürbeteig mit Nüssen kann schnell von perfekt zu zu-dunkel wechseln. Die frisch gebackenen Plätzchen wirken noch sehr weich und fragil, das ist völlig normal. Nimm sie mit dem Backpapier vom Blech und lass sie auf einem Kuchengitter vollständig abkühlen. Erst wenn sie komplett erkaltet sind, werden sie ihre typisch feste, mürbe Konsistenz entwickeln. Bitte hab hier Geduld — es lohnt sich!
- Nougat schmelzen und Plätzchen füllen: Sobald die Taler vollständig abgekühlt sind, schmelze den Nougat oder die Nuss-Nougat-Creme vorsichtig in einem Wasserbad. Fülle einen kleinen Topf mit Wasser und erhitze es, bis es leicht dampft — aber nicht kocht. Stelle eine hitzebeständige Schüssel darauf und gib den Nougat hinein. Rühre gelegentlich, bis der Nougat vollständig geschmolzen und cremig-glatt ist. Nimm jetzt immer einen Taler, bestreiche seine Unterseite mit einer kleinen Menge des geschmolzenen Nougats — etwa einen halben Teelöffel reicht, zu viel und der Nougat läuft beim Zusammensetzen heraus — und setze sanft einen zweiten Taler als Deckel darauf. Drücke nur ganz leicht an. Lege die zusammengesetzten Taler auf ein Backpapier und lass den Nougat kurz anziehen, bevor du mit dem nächsten Schritt weitermachst.
- Mit Kuvertüre verzieren und fertigstellen: Schmelze die Kuvertüre ebenfalls im Wasserbad, bis sie vollständig flüssig und glänzend ist. Tauche die fertigen Nougat-Taler entweder zur Hälfte in die Kuvertüre oder beträufle sie mit einem Löffel für ein rustikales, elegantes Muster. Du kannst die Taler auch komplett eintauchen und auf einem Kuchengitter abtropfen lassen — ganz so, wie es dir gefällt. Streue nach Wunsch gehackte Nüsse oder bunte Zuckerstreusel auf die noch feuchte Kuvertüre, solange diese noch nicht fest ist. Lass die Kuvertüre anschließend bei Zimmertemperatur vollständig aushärten — das dauert etwa 30 bis 60 Minuten. Bewahre die fertigen Nougat-Taler in einer luftdichten Keksdose auf; sie bleiben so mindestens zwei Wochen frisch und werden mit jedem Tag noch besser, weil der Nougat die Aromen wunderbar weitergibt.
Serviervorschlag
Nougat-Taler sind das perfekte Plätzchen für jeden Anlass in der Advents- und Weihnachtszeit — ob auf dem festlich gedeckten Kaffeetisch, als Mitbringsel in einer hübsch gebundenen Keksdose oder als Teil eines großen Plätzchentellers neben Zimtsternen, Vanillekipferln und Lebkuchen. Ich serviere sie am liebsten mit einer dampfenden Tasse Glühwein oder einem großen Milchkaffee — der leicht bittere Kaffee bildet einen wunderschönen Kontrast zur Süße des Nougats. Wer es festlicher mag, arrangiert die Taler auf einer Schieferplatte, garniert mit ein paar Zimtstangen und getrockneten Orangenscheiben. Für Kinder empfehle ich weiße Kuvertüre statt der dunklen und bunte Zuckerstreusel als Dekoration — das macht die Nougat-Taler zum absoluten Liebling der kleinen Naschkatzen. Wie auch immer du sie servierst: Diese Plätzchen werden garantiert zuerst vom Teller verschwinden.



