Wie schreibt man Soße? Laut Duden schreibt man „Soße“ – „Sauce“ ist aber genauso richtig: Beide Schreibweisen sind korrekt, empfohlen wird „Soße“. In der Schweiz schreibt man ohne ß „Sosse“.
„Soße“ ist die eingedeutschte Form, „Sauce“ die aus dem Französischen übernommene Originalschreibung. Ausgesprochen werden beide gleich: „Sooße“ [ˈzoːsə] – mit weichem S, langem O und Betonung auf der ersten Silbe; in Österreich auch kurz [zoːs]. Nur bei feststehenden französischen Namen wie Sauce hollandaise oder Sauce béarnaise bleibt es bei „Sauce“. Im Alltag schreiben viele „Soße“, in Kochbüchern und auf Speisekarten liest man häufiger „Sauce“ – verwende ruhig, was sich für dich natürlich anfühlt.
| Schreibweise | Richtig? | Beispiel |
|---|---|---|
| Soße | Ja – Duden-Empfehlung | Bratensoße, Jägersoße, Tomatensoße |
| Sauce | Ja – gleichwertige Variante | Barbecuesauce, Tomatensauce |
| Sauce (Pflicht) | Nur so bei festen französischen Namen | Sauce hollandaise, Sauce béarnaise |
| Sosse | Ja, in der Schweiz und Liechtenstein (kein ß) | Bratensosse |
| Soße / Sosse in Deutschland | „Sosse“ ist in Deutschland falsch | – |
TL;DR: „Soße“ und „Sauce“ sind Synonyme – beide stehen im Duden, empfohlen wird „Soße“. „Soße“ ist die eingedeutschte Schreibweise, „Sauce“ die Originalform aus dem Französischen (von lateinisch salsus, gesalzen). Gesprochen werden beide [ˈzoːsə]. In der Schweiz schreibt man statt „Soße“ „Sosse“, üblich ist dort aber „Sauce“. (Duden: Soße)
Woher kommt das Wort „Sauce" überhaupt?
Das Wort „Sauce“ hat eine klare Herkunft: Es stammt aus dem Französischen sauce (altfranzösisch salse), das auf lateinisch salsa zurückgeht – wörtlich „die Gesalzene“, zu salsus „gesalzen“ und sal „Salz“. (DWDS, Etymologisches Wörterbuch nach Pfeifer). Eine Sauce war ursprünglich schlicht eine gesalzene, gewürzte Brühe, die Essen schmackhafter machte; erst im 17. Jahrhundert wurde das Wort auch auf süße Tunken übertragen.
Schon die Römer kannten solche Würzflüssigkeiten. Garum, eine fermentierte Fischsauce, war in der Antike so beliebt wie heute Worcestershiresauce. Die Franzosen verfeinerten das Konzept zur Kunst. Im 17. und 18. Jahrhundert etablierte sich die französische Küche als europäischer Maßstab – und mit ihr die französische Schreibung „Sauce“ in deutschen Kochbüchern.
Laut dem Etymologischen Wörterbuch trat die französische Schreibung „Sauce“ erst im 18./19. Jahrhundert neben die ältere, eingedeutschte Form. Das zeigt, wie stark der französische Einfluss auf die gehobene deutsche Küche damals war.
Wer tiefer in die klassische Soßenküche einsteigen will, findet in meinem Beitrag über die 5 Muttersaucen nach Escoffier den perfekten Startpunkt.
Wann entstand „Soße" als deutsches Wort?
„Soße“ ist die eingedeutschte Schreibung – man schrieb, wie man sprach. Älter als „Sauce“ ist sie trotzdem: Das Wort wurde schon im 15. Jahrhundert aus dem Französischen entlehnt, und Schreibungen wie „Sosse“, „Soß(e)“ oder „Soos“ sind bereits aus dem 15. und 16. Jahrhundert belegt. (DWDS). Wörter wie Fenster (von lateinisch fenestra) und Kerker (von carcer) wurden ebenfalls an die deutsche Aussprache und Schreibung angepasst.
Amtlich war „Soße“ lange keine Selbstverständlichkeit: Von 1903 bis 1906 durfte laut Rechtschreib-Informationssystem des IDS Mannheim amtlich nur „Sauce“ geschrieben werden; erst der Neudruck des amtlichen Regelbuchs von 1907 führte „Soße“ als gleichberechtigt auf. Der Duden von 1925 bevorzugte dann bereits „Soße“. (IDS grammis: Sauce/Soße). Im Alltag hat sich „Soße“ seitdem prächtig gehalten – in Texten insgesamt ist „Sauce“ aber sogar etwas häufiger.
Heute sind beide Varianten korrekt. Der Duden empfiehlt „Soße“ und nennt „Sauce“ als alternative Schreibung. Rechtschreibfehler macht man mit keiner der beiden.
Wo in Deutschland sagt man „Soße" – und wo „Sauce"?
Die Grenze verläuft ungefähr entlang des Weißwurst-Äquators. Nördlich davon – Hamburg, Berlin, Bremen, das Ruhrgebiet – dominiert „Soße". Südlich davon, in Bayern und Baden-Württemberg, ist „Sauce" häufiger, besonders in der Gastronomie. Das ist kein Zufall: Der Süden hatte durch Handelsrouten über die Alpen und die Nähe zu Frankreich und der Schweiz jahrzehntelang mehr Berührung mit der französischen Küche.
In Österreich und der Schweiz sagt man fast ausschließlich „Sauce". In der Schweiz ist „Soße" so gut wie unbekannt – dort klingt es, als wäre man ein Tourist aus Hamburg.
Ein paar Faustregeln für den Alltag:
- Norddeutschland: „Mach noch mehr Soße, die wird alle."
- Bayern: „Kannst du die Sauce nochmal abschmecken?"
- Österreich/Schweiz: „Sauce" ist die einzig übliche Form, komplett ohne Diskussion.
- Kochbücher & Restaurantmenüs: Hier gewinnt meistens „Sauce", egal wo – es klingt einfach etwas eleganter.
Gibt es einen inhaltlichen Unterschied zwischen Soße und Sauce?
Ehrlich gesagt: nein. Beide Wörter meinen dasselbe. Es gibt keine Regel, die sagt, dass „Sauce" für feinere Gerichte steht und „Soße" für bodenständige. Das ist eher ein kulturelles Gefühl als eine sprachliche Tatsache.
In der Praxis hat sich aber ein Muster eingebürgert:
| Begriff | Typische Verwendung | Beispiele |
|---|---|---|
| Soße | Alltagssprache, herzhafte Hausmannskost | Bratensoße, Currywurst-Soße, Jägersoße |
| Sauce | Gehobene Küche, Fachsprache, internationale Rezepte | Sauce béarnaise, Sauce hollandaise, Tomatensauce (ital.) |
Das ist kein Gesetz. Eine „Sauce béarnaise" als „Béarnaise-Soße" zu bezeichnen ist nicht falsch – es klingt nur etwas seltsam, weil wir uns an die Schreibweise aus der klassischen Küche gewöhnt haben. Genauso würde man die Currywurst-Sauce wohl kaum als „Currywurst-Sauce" bezeichnen – da wäre die Soße einfach zuhause.
Ich habe gemerkt, dass ich selbst zwischen beiden Wörtern wechsle, ohne es zu planen. Wenn ich ein schnelles Abendessen koche – Schnitzel, Nudeln, Gemüse – sage ich „Soße". Wenn ich ein Festtagsessen vorbereite und mich in einen Sonntagskochen-Modus begebe, rutscht mir plötzlich „Sauce" heraus. Komisch, oder?
Wie spricht man „Sauce“ und „Soße“ aus?
Ganz einfach: gleich. Laut Duden werden „Soße“ und „Sauce“ [ˈzoːsə] ausgesprochen – also „Sooße“. Am Anfang steht ein weiches, stimmhaftes S wie in „Sonne“, dann ein langes, geschlossenes O, ein scharfes, stimmloses S und ein kurzes, unbetontes E. Betont wird die erste Silbe. Das „au“ in „Sauce“ wird nicht wie in „Haus“ gesprochen, sondern wie im Französischen als O. (Duden)
In Österreich hört man auch die kurze, einsilbige Form [zoːs] – „Soos“. Sie liegt näher am französischen Original sauce, das [sos] ausgesprochen wird.
Wann wird „s“ weich wie ein „z“ ausgesprochen?
Im Standarddeutschen wird ein „s“ am Wortanfang vor einem Vokal stimmhaft gesprochen – wie in Sonne, Salz, Suppe. In der Lautschrift steht dafür [z], der Laut ähnelt dem englischen „z“ in „zoo“. Deshalb beginnen „Soße“ und „Sauce“ mit demselben weichen Laut. In Süddeutschland, Österreich und der Schweiz wird dieses Anlaut-s allerdings oft stimmlos, also scharf, gesprochen. Das „ß“ in der Wortmitte von „Soße“ steht immer für ein stimmloses s.
Und wie spricht man Worcestershiresauce aus?
Auf Deutsch meist „Wuster-Soße“: Der Duden gibt für Worcestersoße die Lautschrift [ˈvʊstɐzoːsə] an und nennt „Worcestersauce“ als alternative Schreibung. Der Name kommt von der englischen Stadt Worcester, die „Wuster“ ausgesprochen wird – die Silbe „-ces-“ bleibt stumm. (Duden: Worcestersoße)
Currywurst-Soße oder Currywurst-Sauce – was ist richtig?
Beides. Aber kulturell gibt es eine klare Tendenz: Die Berliner Currywurst trägt fast immer eine Soße – schon allein, weil es ein typisch norddeutsches Straßenessen ist. In Berlin würde man komisch angesehen, wenn man am Imbissstand nach der „Curry-Sauce" fragt. Es heißt Currywurst mit Soße, und zwar mit viel davon.
Die Sauce béarnaise dagegen würde niemand in einem Feinschmeckerrestaurant als „Béarnaise-Soße" auf die Karte schreiben. Das Wort „Sauce" gehört hier zum Eigennamen des Gerichts – es ist ein feststehender Begriff aus der klassischen französischen Küche des 19. Jahrhunderts. Gleiches gilt für Sauce hollandaise, Sauce tartare oder Sauce vierge.
Kurz gesagt: Bei Gerichten mit feststehenden französischen Namen bleibt man bei „Sauce". Bei deutschen Alltagsgerichten ist „Soße" die natürlichere Wahl.
Was sagen Rechtschreibregeln und der Duden?
Der Duden listet beide Varianten als korrekt: Empfohlen wird „Soße“, „Sauce“ ist die alternative Schreibung. (Duden online). Das amtliche Wörterverzeichnis des Rats für deutsche Rechtschreibung (2024) führt ebenfalls beide Formen – mit einer Ausnahme: Sauce béarnaise und Sauce hollandaise werden nur mit „Sauce“ geschrieben. Kein Rotstift nötig, egal was du sonst wählst.
Ein paar praktische Regeln für den Schreiballtag:
- Einheitlichkeit im Text ist wichtiger als die Wahl selbst. Wechsle nicht mittendrin von „Soße" zu „Sauce" ohne Grund.
- Feststehende Namen wie „Sauce béarnaise" oder „Sauce hollandaise" schreibt man immer so – sie sind Eigennamen aus dem Französischen.
- Komposita folgen der Grundform: Entweder „Bratensauce" oder „Bratensoße" – beides korrekt, aber nicht mischen.
- In offiziellen Texten und Lehrbüchern gilt: Nutze die Form, die in deinem Umfeld üblich ist. Eine Hamburger Grundschule hat keine Einwände gegen „Soße", ein Wiener Kochbuch keinen Einwand gegen „Sauce".
Häufige Fragen zu „Soße" und „Sauce"
Ist „Soße" ein Rechtschreibfehler?
Nein. „Soße“ ist sogar die vom Duden empfohlene Schreibung, „Sauce“ die Alternative. Beide sind seit über hundert Jahren als korrekte deutsche Schreibweisen anerkannt. (Duden). Wer dir sagt, „Soße“ sei falsch, irrt sich.
Wann sagt man „Soße" statt „Sauce"?
Immer dann, wenn du auf Deutsch schreibst und kein feststehender französischer Name gemeint ist. „Bratensoße", „Jägersoße" und „Currywurst-Soße" klingen im alltäglichen Deutschen natürlicher als ihre „Sauce"-Varianten. Im norddeutschen Alltag ist „Soße" sowieso die Standardform.
Was bedeutet „Sauce" auf Deutsch?
„Sauce" ist das französische Fremdwort für eine würzige Flüssigkeit oder halbflüssige Beilage zu Speisen – abgeleitet vom lateinischen salsa (die Gesalzene). Auf Deutsch bedeutet es haargenau dasselbe wie „Soße". (Kluge, Etymologisches Wörterbuch, 2002).
Wie spricht man „Sauce“ auf Deutsch aus?
Genau wie „Soße“: [ˈzoːsə], also „Sooße“ mit weichem S und langem O. In Österreich hört man auch die kurze Form [zoːs], die näher am französischen sauce [sos] liegt. (Duden).
Gibt es einen Unterschied zwischen Soße und Tunke?
„Tunke" ist ein älterer, stark regional gefärbter Ausdruck für dieselbe Sache – vor allem in Mitteldeutschland und Thüringen noch gebräuchlich. Im modernen Hochdeutsch ist er selten geworden. Bedeutung: identisch mit „Soße" und „Sauce".
In meiner Küche sage ich...
Ehrlich gesagt benutze ich beide Wörter, und ich habe aufgehört, mir dabei etwas zu denken. Wenn meine Mutter anruft und fragt, was es zum Abendessen gibt, sage ich: „Hähnchen mit Soße." Wenn ich dasselbe Rezept auf dem Blog beschreibe und gerade in einem feierlichen Schreibmodus bin, tippe ich manchmal „Sauce" – und merke es erst beim Gegenlesen.
Was mich viel mehr beschäftigt: Ist genug davon da? Denn nichts ist schlimmer als zu wenig Soße auf dem Teller. Da sind wir uns doch alle einig, egal ob Nord oder Süd.
Wenn du das nächste Mal eine Bratensoße rührst oder eine Sauce béarnaise anrührst: Schreib es so, wie es sich für dich richtig anfühlt. Die Sprache lebt davon, dass wir sie benutzen – nicht davon, dass wir uns über Schreibweisen streiten.



