Diese vegane Bratensoße ist dunkel, kräftig und in etwa 35 Minuten fertig – ganz ohne Fertigpulver. Röstzwiebeln, Gemüse und Champignons sorgen für das typische Röstaroma, Sojasoße und Tomatenmark für Tiefe.
Spätestens an Weihnachten sitzt bei vielen jemand am Tisch, der kein Fleisch isst – und genau dann ist eine gute vegane Bratensoße schnell gemacht Gold wert. Ich koche sie inzwischen so gern, dass es sie bei uns auch einfach zu Kartoffelpüree unter der Woche gibt.
Der Trick: Alles, was bei einer klassischen Bratensoße die Knochen leisten, übernehmen hier kräftig angebratene Zwiebeln, Pilze und Tomatenmark. Die Soße ist von Natur aus auch eine perfekte vegetarische Bratensoße – nur eben komplett pflanzlich.
Warum diese vegane Bratensoße so herzhaft schmeckt
Umami ist das Stichwort: Champignons und Röstzwiebeln bringen Tiefe, Tomatenmark karamellisiert beim Anrösten, und Sojasoße sorgt für Würze und Farbe. Ein Schuss Rotwein oder Balsamico rundet ab. Gebunden wird mit einer kleinen Mehlschwitze aus Öl und Mehl – so wird die Soße sämig, ohne dass du Sahne brauchst.
Für den Festtagsteller passt Apfelrotkohl perfekt dazu, ebenso Semmelknödel. Du suchst die Variante mit Fleisch? Hier ist meine klassische Bratensoße – und für den großen Sonntag die Rinderrouladen oder das Rindergulasch.
Zutaten für 4 Portionen
- 2 Zwiebeln (ca. 200 g)
- 1 Karotte (ca. 100 g)
- 100 g Knollensellerie
- 150 g braune Champignons
- 3 EL Rapsöl
- 2 EL Tomatenmark
- 2 EL Mehl (ca. 20 g)
- 100 ml veganer Rotwein (oder Traubensaft)
- 600 ml kräftige Gemüsebrühe
- 2 EL Sojasoße
- 1 TL mittelscharfer Senf
- 1 Lorbeerblatt, 1 Zweig Thymian oder Rosmarin
- 2 EL Röstzwiebeln (fertig gekauft)
- 1 TL Ahornsirup oder Zucker
- Salz und Pfeffer
Tipp: Achte beim Rotwein auf „vegan“ – manche Weine werden mit tierischen Stoffen geklärt. Ergibt etwa 600 ml Soße.
Zubereitung – Schritt für Schritt
- Gemüse vorbereiten. Schäle Zwiebeln, Karotte und Sellerie und schneide alles in kleine Würfel (ca. 1 cm). Putze die Champignons und schneide sie in Scheiben.
- Kräftig anrösten. Erhitze 2 EL Öl in einem Topf. Brate Zwiebeln, Karotte und Sellerie bei mittlerer bis hoher Hitze 8–10 Minuten an, bis sie deutlich braun sind. Gib die Pilze dazu und brate sie weitere 5 Minuten, bis ihre Flüssigkeit verdampft ist.
- Tomatenmark und Mehl anschwitzen. Schiebe das Gemüse zur Seite, gib 1 EL Öl und das Tomatenmark in die Mitte und röste es 2 Minuten. Stäube das Mehl darüber und schwitze es unter Rühren 1–2 Minuten mit an.
- Ablöschen und köcheln. Lösche mit dem Rotwein ab und lass ihn kurz einkochen. Gieße nach und nach die Brühe unter Rühren an, damit keine Klümpchen entstehen. Gib Sojasoße, Senf, Lorbeer, Kräuter und Röstzwiebeln dazu und lass die Soße 10–15 Minuten leise köcheln.
- Pürieren und abschmecken. Entferne Lorbeer und Kräuterzweig. Püriere die Soße mit dem Stabmixer fein oder gieße sie für eine ganz glatte Variante durch ein Sieb. Mit Ahornsirup, Salz und Pfeffer abschmecken – fertig ist deine vegane Bratensoße.
Noch schneller: Vegane Bratensoße in 15 Minuten
Wenn wirklich keine Zeit ist: 1 Zwiebel fein würfeln und in 2 EL Öl dunkelbraun braten, 1 EL Tomatenmark und 1 EL Mehl mitrösten, mit 400 ml Gemüsebrühe und 2 EL Sojasoße aufgießen, 3 EL Röstzwiebeln dazugeben und 8 Minuten köcheln lassen. Pürieren, abschmecken, fertig.
Tipps für das perfekte Ergebnis
- Geduld beim Rösten: Je brauner Zwiebeln und Pilze werden, desto dunkler und kräftiger die Soße.
- Klümpchen vermeiden: Brühe langsam einrühren – und notfalls einfach pürieren.
- Glutenfrei: Mehl durch 1 EL Speisestärke ersetzen (in kaltem Wasser anrühren und am Ende einrühren) und glutenfreie Tamari statt Sojasoße nehmen.
- Mehr Tiefe: 1 TL Hefeflocken oder ein Stückchen dunkle Schokolade (vegan) zum Schluss einrühren.
Variationen
- Vegetarisch: 1–2 EL Butter zum Schluss unterschwenken – macht die Soße besonders rund.
- Mit Rotkohlsaft: Ein Schuss Saft vom Apfelrotkohl bringt eine feine Süße.
- Pilzsoße: Doppelte Menge Champignons und nicht pürieren – dann wird es eine stückige Pilz-Bratensoße.
- Ohne Alkohol: Traubensaft plus 1 TL Balsamico statt Rotwein.
Aufbewahren & Einfrieren
Im Kühlschrank hält die vegane Bratensoße luftdicht verschlossen 4 Tage. Einfrieren klappt sehr gut: portionsweise bis zu 3 Monate. Nach dem Auftauen unter Rühren aufkochen und bei Bedarf mit etwas Brühe verdünnen.
Serviervorschlag
Zu Kartoffelpüree und Ofengemüse, zu Semmelknödeln, Seitan- oder Linsenbraten – und natürlich mit Apfelrotkohl als festliches Weihnachtsessen.


